Ein Gerät mit fester öffentlicher IP-Adresse absichern

Fernzugriff & IP-Adressen Veröffentlicht

Eine praktische Checkliste für Kameras, Router und Steuerungen mit fester öffentlicher IP-Adresse, die jeder im Internet erreichen kann.

Eine feste öffentliche IP-Adresse macht ein Gerät von überall erreichbar, und genau darum geht es: Sie können die Kamera ansehen oder den Router verwalten, ohne den Schreibtisch zu verlassen. Es bedeutet aber auch, dass automatisierte Scanner es finden, meist innerhalb weniger Stunden. Ein Gerät mit öffentlicher Adresse muss abgesichert werden, bevor es in Betrieb geht, nicht danach.

Warum das gerade im Mobilfunk wichtig ist

Jede ThingSIM hat standardmäßig eine private IP-Adresse, die aus dem Internet niemand erreicht. Eine feste öffentliche IP-Adresse (9,49 € im Monat pro SIM-Karte) hebt diesen Schutz bewusst auf. Ab dann steht nur noch die Sicherheit des Geräts selbst zwischen ihm und dem Internet.

Die Checkliste

Gehen Sie diese Liste für jedes Gerät durch, bevor es eine öffentliche Adresse bekommt:

  1. Standardpasswörter ändern. Standard-Benutzernamen und -Passwörter von Kameras und Routern sind öffentlich bekannt und werden ständig ausprobiert. Nutzen Sie für jedes Gerät ein langes, eigenes Passwort.
  2. Firmware aktualisieren. Installieren Sie die neueste Firmware des Herstellers und schalten Sie automatische Updates ein, wenn das Gerät sie anbietet.
  3. Schließen, was Sie nicht brauchen. Schalten Sie Dienste ab, die Sie nicht nutzen, etwa alte Weboberflächen, Telnet oder UPnP, und leiten Sie nur die Ports weiter, die Sie brauchen.
  4. Die Verwaltungsoberfläche nie offenlegen. Halten Sie die Verwaltungsoberfläche von Router oder Gerät, wo immer möglich, von der öffentlichen Adresse fern.
  5. Einschränken, wer sich verbinden darf. Kann das Gerät oder der Router den Zugriff auf bestimmte Absenderadressen begrenzen, etwa auf Ihr Büro, nutzen Sie das.
  6. Verschlüsselten Zugriff bevorzugen. Nutzen Sie HTTPS oder die gesicherte App des Herstellers statt unverschlüsselter Web- oder Video-Ports.
  7. Den Datenverbrauch beobachten. Ein kompromittiertes Gerät fällt oft durch unerwarteten Datenverbrauch auf. Verbrauchsbenachrichtigungen im Portal oder die Verbrauchs-Webhooks machen darauf aufmerksam; lesen Sie dazu Verbrauchs-Webhooks.

Wissen, wann keine öffentliche IP-Adresse passt

Eine öffentliche Adresse ist das richtige Werkzeug für ein oder zwei Geräte, auf die Sie selbst zugreifen. Für alles, was nicht offen erreichbar sein darf, etwa EC-Kartenterminals, Alarmübertragungsgeräte und Flotten, die eine Zentrale verwaltet, ist ein privates Netz die bessere Lösung: Ein privater APN hält Geräte aus dem Internet unerreichbar, und mit einem IPsec-VPN erreichen Ihre Systeme sie auf privatem Weg. Der Vergleichsratgeber hilft bei der Wahl.

Wenn etwas nicht stimmt

Verbraucht ein Gerät plötzlich weit mehr Daten als üblich oder verhält es sich merkwürdig, nehmen Sie es zuerst von der öffentlichen Adresse und untersuchen es dann. Sie können die SIM-Karte im Portal sofort pausieren, damit sie keine Daten mehr überträgt, während Sie das Gerät prüfen, und die feste IP-Adresse entfernen, wenn sie nicht mehr gebraucht wird.

Häufige Fragen

Ist ein Gerät mit fester öffentlicher IP-Adresse sicher?

Es ist so sicher wie seine eigene Absicherung. Ändern Sie Standardpasswörter, aktualisieren Sie die Firmware, schließen Sie ungenutzte Dienste und schränken Sie den Zugriff ein, bevor es in Betrieb geht.

Was ist der sicherste Weg, Geräte aus der Ferne zu erreichen?

Halten Sie sie mit einem privaten APN, einem IPsec-VPN oder einem Cloud-Interconnect aus dem Internet heraus. So erreichen Ihre Systeme sie auf privatem Weg, und nichts ist offen erreichbar.

Woran erkenne ich ein kompromittiertes Gerät?

Unerwarteter Datenverbrauch ist ein häufiges Anzeichen. Richten Sie Verbrauchsbenachrichtigungen im Portal ein oder abonnieren Sie die Verbrauchs-Webhooks, damit ein plötzlicher Anstieg gemeldet wird.